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Graduierungswahn

Leser der Seite fragen sich warum ich für diesen Teil der Seite die Überschrift Graduierungswahn bezeichne. In meinen mehr als 10 Jahren der Selbständigkeit sind alle Schüler auf mich zugekommen und haben gefragt welche Prüfungen wir machen, ob die von anderen Verbänden anerkannt werden und was diese „wert“ seien. Hier kommt jedoch ein kognitiver Trugschluss zum Tragen. Oftmals handelte es sich bei diesen Prüfungen um bezahlte Zertifikate die nichts über die Qualifizierung aussagen. Auch gibt es in Wushu Stilen keinen einheitlichen Standard, dass es übergreifende Prüfungen überhaupt geben kann. Hier setzen deutsche Verbände und Vereine auf eine Synapse deutschen Denkens und verkaufen eine Prüfung als vermeintliches Können. Was diese teuer erkannte „Können“ wert ist sieht man leider allzu oft im Trainingsalltag. Diese Prüfungen haben jedoch auch einen positive Side-Effect auf den austeilenden Trainer oder Lehrer. Sie bedienen seinen definitiv vorhandenen Narzissmus und natürlich das Geld neben der üblichen aber auch notwendigen Trainingspauschale. Wir haben daher folgende Situation, dass der Trainer was ausgibt dass ihn zweifachbestärkt und der Schüler ein Zertifikat erhält dass er in 90 % der Fälle selbst bei Abwesenheit im Training erhalten hätte.

So bekommt jeder seinen Zucker und die narzisstische Seele wird gestreichelt. Das Erschreckende ist, dass bereits Kinder und Jugendliche auf diesen Zug mit aufgesprungen sind und ein erschwindeltes Stück Papier scheinbar wertvoller ist als Kritik und Lob.

Auch unter dem Aspekt der Vielzahl an Angeboten wären Prüfungen eher fehl am Platz.

Ich empfehle zum Einlesen in die Problematik auch kein Buch obskurer Sektenführer die von depressiven Schafen angehimmelt werden, sondern schlichtweg das Buch eines Akademikers:

„Die Kämpferin“ von Ralf Pfeifer, wert tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich das Buch „Abzocke“ vom gleichen Autor.